Bei der Interpretation der neuen Alkohol-Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) scheiden sich, wie erwartet, die Geister. Während der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure(BSI) jubelt, die Ergebnisse der Studie stimmten "optimistisch", weil noch nie "so wenige Jugendliche und junge Erwachsene regelmäßg alkoholhaltige Getränke konsumiert" hätten, sieht man das bei der BZgA naturgemäß anders. Alkohol sei "nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen", sagte BZgA-Direktorin Prof. Elisabeth Pott: "Sie trinken immer noch deutlich zu viel." Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, stößt ins selbe Horn: Rauschtrinken sei bei Jugendlichen "immer noch weit verbreitet".
Der Studie zufolge griffen 2010 rund 13 Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig zu alkoholischen Getränken (2004: 21 Prozent). Das unter dem volkstümlichen Ausdruck "Koma-Saufen" bekannte Binge-Trinken wollen im noch 16,7 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal im Monat betrieben haben.


