AB Inbev zieht nun doch Konsequenzen aus der teils heftigen Kritik an seinem Russland-Engagement und verkauft seinen Anteil am Joint Venture AB InBev Efes. Aktuell liefen Verhandlungen mit dem türkischen Partner Anadolu Efes, heißt es. Durch den Verkauf des Anteils und den Verzicht auf die Einnahmen muss der Konzern nach eigener Rechnung rund 1 Mrd Euro abschreiben.
Wie heute bekannt wurde, will AB InBev auch die Lizenz für die Produktion und den Verkauf der Konzernmarke Bud in Russland aussetzen. Die osteuropäischen Brauerei-Töchter hatte AB Inbev vor vier Jahren mit Efes in ein 50:50-Joint Venture eingebracht. AB Inbev Efes ist in Russland mit elf Standorten Marktführer. Und gleichzeitig Nummer zwei in der Ukraine, wo in Charkiw, Tschernihiw und Mykolajiw rund 10 Mio hl Bier und Kwas hergestellt wurden.
In den letzten Wochen hatte es international zunehmend Kritik an AB Inbev gegeben; unter anderem landete der Konzern auf einer Art List of Shame der renommierten Yale-Universität. Da half es auch nichts, dass AB Inbev zeitgleich seine ukrainische Marke Chernigivske für die Märkte Polen, Italien, Deutschland, Österreich, Dänemark und Finnland quasi in Lizenz in Belgien und bei Beck & Co einbraut, den Profit aus dem Verkauf der 0,5-Liter-Dosen an Hilfsorganisationen (u.a. Caritas) weiterleitet und eine Mindestsumme von umgerechnet 4,5 Mio Euro garantiert.
Andere internationale Braukonzerne wie Heineken und Carlsberg hatten sich schon vor Wochen aus Russland zurückgezogen.


