Noch kein INSIDER?

JETZT ZUGANG SICHERN!

Wählen Sie Ihre Anmeldeoption.

Schnell und unkompliziert INSIDER werden!

Weiter

AB Inbev auf Yale-"List of Shame"

AB Inbev gerät wegen der nach wie vor aktiven Geschäfte in Russland immer mehr in Bedrängnis. Eine von der renommierten Yale University veröffentlichte List of Shame eines Teams rund um den Wirtschaftsprofessor Jeffrey Sonnenfeld und seinem Kollegen Steven Tian kategorisiert das Engagement Hunderter von Firmen in Russland von "Digging In" (wenn trotz Aufforderung zum Rückzug nichts passiert) über "Buying Time" und "Suspension" (wenn sich Konzerne Hintertürchen offenhalten) bis hin zum tatsächlichen und endgültigen Rückzug. Ab Inbev findet sich noch immer in der ersteren Rubrik ("Digging In"). Der Marktführer hält Stand heute noch immer via Efes am russischen Geschäft fest.

Zuletzt hatten sich auf Seiten der großen Bierkonzerne Heineken und Carlsberg praktisch zeit- und wortgleich aus Russland zurückgezogen - wenn auch mit dem Zusatz, man suche einen Käufer für die dortigen Betriebsstätten. Beobachter werteten dies als Hintertürchen für den Fall, dass sich kein adäquater Käufer finden lassen würde. Der russische Staat hatte zuletzt damit gedroht, westliche Konzerne, die das Spiel nicht mehr mitmachten, zu verstaatlichen.

In der Yale-Liste werden Heineken und Carlsberg allerdings bereits in der Rubrik "Withdrawal" geführt - für die Fälle, in den Firmen bereits den "exit Russia completely", also den kompletten Rückzug aus Russland, angetreten hätten. Die Yale-Liste gilt als wichtiger Indikator für den politischen Druck, der auf Unternehmen in Zusammenhang mit ihrem Russland-Geschäft lastet. Die Forscher selbst erklärten, „Hunderte von Unternehmen haben sich in den vergangenen Tagen zurückgezogen, und wir fühlen uns geehrt, dass unsere Liste dazu beigetragen hat, Millionen auf der ganzen Welt dazu zu bewegen, das Bewusstsein zu schärfen und Maßnahmen zu ergreifen“.

Nachtrag 22.04.2002: AB Inbev zieht nun doch Konsequenzen aus der teils heftigen Kritik an seinem Russland-Engagement und verkauft seinen Anteil am Joint Venture AB InBev Efes. Aktuell liefen Verhandlungen mit dem türkischen Partner Anadolu Efes, heißtes. Durch den Verkauf des Anteils und den Verzicht auf die Einnahmen muss der Konzern nach eigener Rechnung rund 1 Mrd Euro abschreiben.

Mehr dazu

Print-Ausgabe
24.02.2026

Neu!
#995

Bitburger wieder bei Null

Zum Inhalt
Kopf der Woche
27.02.2026

09
/2026

Pia Kollmar

Weiterlesen