Im Zuge der Übernahme von SAB Miller durch seinen Konkurrenten AB Inbev tilgt der neue Besitzer nahezu alle Spuren der bisherigen Nummer 2 im weltweiten Biermarkt. Grundzüge der künftigen Struktur teilte der Konzern nun der Öffentlichkeit mit.
Zunächst wird der Name SAB Millerspurlos verschwinden und nicht, wie bei vorherigen Übernahmen, Teil eines neuen Firmennamens werden. Auch die Verwaltung von SAB Miller im britischen Woking, rund 50 Kilometer südwestlich von London, sowie die regionalen Stützpunkte für Amerika in Miami sowie für Asien in Hong Kong und Peking werden nach einer Übergangszeit geschlossen. Über die Zukunft des SAB Miller-Europa-Hauptquartiers in Zug/Schweiz wurde der Stab noch nicht vollends gebrochen. Zug könnte Teil der zu verkaufenden Osteuropaaktivitäten werden und damit dem eisernen Besen von AB Inbev entgehen.
Auch im zukünftigen Management von AB Inbev wird nicht mehr viel von SAB Miller zu spüren sein. Im von 17 auf 20 Mitglieder erweiterten taucht nur ein alter SAB Miller-Name auf: Mauricio Leyva, bisher Afrika-Chef von SAB Miller, wird zukünftig das Mittelamerika-Geschäft von Mexico aus leiten. Selbstredend, dass für den alten SAB Miller-Vorstand um Alan Clark im neuen Organigramm kein Platz mehr ist.
Auch ansonsten kann von Ausgewogenheit keine Rede sein. Obwohl der Firmensitz von AB Inbev weiter in Leuven/Belgien bleibt, ist nur einer der 20 zukünftigen Top-Manager Belgier. Alleine zwölf Sitze werden von Brasilianern gehalten und zwei weitere von Portugiesen, die in Brasilien studiert haben, sowie von einem Kolumbianer. Es folgen die US-Amerikaner mit drei Executive Board-Sitzen und Großbritannien mit einem Sitz. Für den Rest von Europa, Asien, Afrika und Ozeanien heißt es nur: Fehlanzeige!



