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AB Inbev: Krieg? Welcher Krieg?

Tweet der belgisch-luxemburgischen Handelskammer in Russland

Entgegen aller eigenen (wachsweichen) Ankündigungen, sich aus dem Russland-Engagement zurückzuziehen, macht AB Inbev dort nun munter weiter. Wie wir zuerst auf unserer englischsprachigen Website www.inside.beer berichtet haben, braut der Konzern in seinen russischen Brauereien in Uljanowsk, Kaluga, Omsk, Wolschski, Saransk, Klin und Iwanow „aufgrund der auf dem Markt weit verbreiteten logistischen Schwierigkeiten“ und „um die Kontinuität des Handels zu gewährleisten“ wieder bzw. weiter Bier. Die belgisch-luxemburgische Handelskammer in Russland hat in einem stolzen Tweet bestätigt, dass AB Inbev dort u.a. die belgischen Marken Leffe Blond und Brune herstellt.

Das ist ein krasser Kontrast zu den Ankündigungen des Konzerns im Frühjahr. Nach Russlands Invasion in der Ukraine am 24. Februar hatten internationale Brauereigruppen wie Carlsberg und Heineken schnell ihren Rückzug aus dem Land angekündigt, um den Freiheitskampf der Ukraine zu unterstützen. AB Inbev brauchte viel länger, um seine Entscheidung zu treffen. Am 22. April, fast zwei Monate nach der russischen Invasion in der Ukraine, gab der Konzern bekannt, über den Verkauf seiner Minderheitsbeteiligung an dem Joint Venture AB Inbev Efes an Anadolu Efes nachzudenken und Bud in Russland nicht mehr zu verkaufen.

Der Prozess des Nachdenkens hat bei Ab Inbev offenbar länger gedauert und nicht zum ursprünglichen Ziel geführt. Viele Kritiker werfen dem Konzern jetzt vor, auf Zeit zu spielen und sich eine veritable Ausgangssituation für den Fall zu sichern, dass der Krieg irgendwann vorbei ist und die Sanktionen gegen Russland zurückgefahren werden. Bis dahin wird das Ost-Engagement aber noch ein heißer Ritt. International steht der Konzern jetzt mit voller Breitseite im Feuer, bis hin zu Boykott-Androhungen.

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