Das Jahr für die deutschen Beschäftigten von AB Inbev beginnt mit einer Schreckensmeldung. Vor wenigen Minuten wurden die Mitarbeiter im Intranet informiert, dass der Konzern 386 seiner rund 3.000 Stellen in Deutschland abbauen will. In einer zeitgleich versandten Pressemitteilung heißt es: "In der Verwaltung sollen Servicefunktionen und sämtliche Kundenprozesse weiter zentralisiert werden. In der Produktion und Logistik soll die Personalstärke weiter dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden."
Die interne Mitteilung von Deutschland-Chef Jens Hösel ist präziser:
"In Bremen wären in Produktion, Logistik, Hauptverwaltung sowie im nationalen Außendienst Gastronomie insgesamt über alle Bereiche 262 Stellen von den Planungen betroffen.
In Hannover wären von der Anpassung der Personalstärke an die Volumenplanung 41 Stellen in den Bereichen Produktion, Logistik und Verwaltung betroffen. Die intensiven Gespräche mit potenziellen Käufern der Gilde-Brauerei werden mit Hochdruck fortgesetzt.
Am Brauerei-Standort in München wären von den geplanten Änderungen in Verwaltung, Produktion und interner Logistik sowie bei bestimmten internen Dienstleitungen 32 Stellen betroffen.
In Wernigerode wären 35 Stellen in der Verwaltung, Produktion und Logistik von den Planungen betroffen.
In Issum wären von den Planungen 16 Stellen in Produktion, Logistik und Verwaltung betroffen."
Der größte Brocken soll aber offenbar aus dem Vertrieb kommen. Der heute noch 140 Mann hohe Gastro-Außendienst wird bis auf ein Minimalmaß verstümmelt. Wörtlich heißt es: " So ist vorgesehen, die Gastronomie künftig auch telefonisch zu betreuen. Bei konstanter Anzahl der Kundenkontakte soll die Frequenz der Besuche durch den Außendienst verringert werden."
Die brachialen Kostenmaßnahmen sind Teil des neuesten Sparprogramms des Konzerns. Im Rahmen des Projekts "Towering" sollen in Westeuropa bis zu 30% der Belegschaft nach Hause geschickt werden.
Im gleichen Atemzug mit dem Personalabbau wird nun auch die Region Italien dem deutschen Geschäft untergeordnet. (7.1.2009, 17.02 Uhr)


