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Krombach trennt sich von Marke

Die erst eineinhalb Jahre währende Ehe zwischen Krombacher und Nestlé steht offenbar vor dem Aus. Wie INSIDE aus Technikerkreisen vernommen hat, wurde der Lizenzvertrag für die Eistee-Marke Nestea aufgelöst. Es seien bereits neue EAN-Codes entwickelt. Schon ab 1. Juli soll die Marke in Deutschland nicht mehr von Krombacher vertrieben werden, sondern von einem neuen Vertriebspartner.

Nestea war erst zum 1. Januar 2018 unter die Obhut von Krombacher gekommen. Zuvor befand sich die Marke im Portfolio von Coca-Cola. Im Zuge einer weltweiten Strategie verpasste Nestlé der Marke aber noch bevor sie zu Krombacher wechselte eine neue Optik und eine neue Rezeptur. Der Zuckergehalt von Nestea wurde um 35% reduziert, was bei deutschen Verbrauchern auf wenig Anklang stieß. Die Abverkäufe brachen dramatisch ein. Laut Nielsen gingen die Absatzmengen von Nestea um fast 90% zurück, obwohl der Eistee-Markt insgesamt um 6% zulegte. Pfanner, Lipton Ice (Pepsico) und Volvic (Danone Waters) legten stark zu. Den Rest holte Coca-Cola EP Deutschland, die nach der Trennung auf einen eigenen Eistee, auf Fuze, setzten. Krombacher jedoch schlug obendrein noch ein Shitstorm aus dem Netz entgegen, wo die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Weltkonzern Nestlé als Pakt mit dem Teufel dargestellt wurde.

Nun will Krombacher-Boss Bernhard Schadeberg, der mit Schweppes, Orangina, Vitamalz und tendenziell auch mit Proviant hohe AfG-Kompetenz nachgewiesen hat, bei Nestea offenbar die Reißleine ziehen. Schon im Juli soll die Marke unter anderer Flagge segeln. Als mögliche Kandidaten werden u.a. Eckes-Granini und die hauseigene Nestlé Waters gehandelt. Allerdings: Nestea hat immensen Schaden genommen, mit schneller Heilung kann nicht gerechnet werden.

Die 1948 von Nestlé erfundene Marke, ursprünglich ein Pulver zum Selbstmischen, wurde 1990 erstmals als RTD abgefüllt, damals schon von Coca-Cola. Dem amerikanischen Konzern übertrug Nestlé die Vertriebs- und Abfülllizenz, es folgte ein Aufstieg zur absoluten Weltmarke, seit 2001 verankert in der gemeinsamen 50:50-Gesellschaft Beverage Partners Worldwide, die 2017 endgültig aufgelöst wurde. In Deutschland fängt Nestea nun wieder ganz unten an.

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