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Kopf der Woche: Dieter Büchl

Für Dieter Büchl gab es zuletzt zwei Ritterschläge: Einmal, als Radebergers Berliner GFGH-Tochter Getränke Hoffmann mit Durst Express sein eigenes Flaschenpost-System bis zum Verwechseln kopierte. Und aktuell, als vor wenigen Tagen der US-Risikokapitalgeber Tiger Global (zusammen mit einigen bisherigen Gesellschaftern resp. Aktionären) vermutete 50 Mio Euro frisches Kapital in ein Unternehmen steckte, das ein revolutionäres Konzept verfolgt: Getränke nachhause bringen.

Der gute alte Heimdienst, aufgehübscht, durchdigitalisiert, auf Effizienz getrimmt und streckenoptimiert: Als Dieter Büchl 2014 im Stadtbereich Münster damit startete, gab es Spötter zuhauf. Erst recht, als er kurz darauf schon wieder eine Pause einlegte. Man hätte dem Ex-Media Concept-Gründer und zoo24-Unternehmer irgendwie alles zugetraut, aber Getränke? Mittlerweile sieht es eher so aus, als habe Büchl den Markt besser verstanden als ein Teil des Wettbewerbs. Die Abkehr vom Glauben an die Bedeutung großer Marken, das suggestive Lenken von Kundenwünschen und Verbrauchergewohnheiten, dezentraler Einkauf und ein straff organisierter Vorstand, bei dem als CEO ein Ex-Roland-Berger-Mann die internationale Expansion vorantreiben soll - und das alles binnen vier Jahren.

2016 ging Büchl mit seiner kleinen Flaschenpost GmbH in Münster wieder online. Sommer 2018: Umwandlung in eine AG. Vor wenigen Wochen: Gründung einer europäischen SE. Den Umsatz taxieren Beobachter mittlerweile konservativ geschätzt auf 50 Mio Euro, Tendenz sehr steil steigend. In Münster, Köln (2), Hamburg, Bremen, Mannheim, Düsseldorf, Hannover, Dortmund, Essen und anderen deutschen Metropolen ist Flaschenpost längst am Start oder steht kurz davor, weitere Standorte wie Frankfurt, München oder Leipzig und Berlin (wo Durst Express bereits vertreten ist) stehen auf der Agenda, ebenso die Ausdehnung des Konzepts nach Österreich und in die Schweiz. Stoppen kann das frisch aufgetakelte Unternehmen nach derzeitigem Stand der Dinge am ehesten der eigene Erfolg: 2018 gab es in Hamburg mal eine Zwangspause wegen eines Fahrermangels. Richtig weh getan hat das in Münster niemandem. Büchl ist inzwischen Aufsichtsratschef.

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