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Kartellamt knüpft sich Edeka vor

Im Zuge einer sogenannten Sektoruntersuchung nimmt das Bundeskartellamt das deutsche LEH-Oligopol unter die Lupe. Fünf Sechstel des Marktes werden hierzulande von Edeka, Rewe,Aldi und Lidl/Kaufland kontrolliert. Es geht um die Ausübung von Marktmacht. In diesem zusammenhang nimmt sich das Kartellamt nun die Übernahme von Plus durch Edeka/Netto und die anschließenden Verhandlungen mit den Lieferanten vor.

 

Kartellamtschef Dr. Andreas Mundt erläutert: "Harte Verhandlungen zwischen Händlern und Herstellern sind im Lebensmitteleinzelhandel üblich und trotz der starken Marktposition der wenigen großen Händler kartellrechtlich zunächst nicht zu beanstanden. Nach unserer vorläufigen Bewertung hat Edeka hier jedoch die Grenze überschritten und ihre Nachfragemacht gegenüber den Lieferanten missbräuchlich ausgenutzt. Die Forderungen wurden zum Teil rückwirkend und ohne Gegenleistung gestellt. Mit wirtschaftlich abhängigen Lieferanten muss ein marktmächtiges Unternehmen fairer umgehen.“

 

Beanstandet werden Forderungen denen keine Leistungen gegenüber standen. Als da wären:

 


1. Das gezielte Herausgreifen einzelner Konditionenvorteile, die Plus in
      der Vergangenheit von Lieferanten gewährt wurden („Rosinenpicken“).


2. Die Umrechnung und Ausweitung der Forderungen auf das gesamte
     bei Edeka gelistete Sortiment des jeweiligen Lieferanten.


3. Die Forderung pauschaler Sonderboni für die aus der Plus-Übernahme
      angeblich resultierenden Kosten- und Umsatzvorteile für die Lieferanten,
     ohne dass diese ausreichend begründet oder konkretisiert wurden.


4. Die Rückwirkung der Forderungen.

 

Edeka hat vorerst keine Bußgelder zu erwarten. Dennoch könnten Lieferanten möglicherweise einen Ersatz der damaligen Leistungen fordern.

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Markus Stodden

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